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In den vergangenen Tagen haben wir alle die Dauerhitze selbst mit erleben dürfen und müssen. Während in der Bundesrepublik ein neuer Hitzerekord von 41,7 ° C aufgestellt wurde, so mussten wir auch bei uns im Landkreis neue Dimensionen des Sommers erleben. Die Klimakrise zeigt in diesen Extremwetterereignissen ihr konkretes Gesicht.

 

„Gerade Kindern und alten Menschen setzen die Temperaturen zu, sie sind gesundheitlich gefährdet. Schülerinnen und Schüler können sich in aufgeheizten Schulen nicht mehr konzentrieren oder haben hitzefrei, der Lernerfolg sinkt. Auch Unternehmen merken, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weniger leistungsfähig sind und investieren oftmals in Klimaanlagen und co., die Kosten für Hitzeanpassung steigen. Zuletzt wird unsere Infrastruktur, gerade Straßen, von der Hitzeeinwirkung stark in Mitleidenschaft gezogen“, konstatiert der FDP-Kreischef Paul Friedrich.

 

Er schlägt deshalb folgende fünf Maßnahmen zur Klimaanpassung vor:

 

  1. Arbeitszeiten flexibilisieren

In anderen, südlichen Ländern ist es üblich, früh mit der Arbeit zu beginnen, lange Mittagspausen („siesta“) einzulegen und dafür abends länger zu arbeiten. Egal ob im Büro oder draußen auf der Straße, zur Mittagshitze zu arbeiten, ist schwer zumutbar. „Durch eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten möchten wir es ermöglichen, den Arbeitsrhythmus bei Bedarf an die Temperaturen anzupassen. Das schützt die Gesundheit und erhöht die Produktivität“, erklärt Friedrich.

 

  1. Längere Ladenöffnungszeiten ermöglichen

Wenn Arbeitszeiten flexibilisiert und Mittags ausgiebige Pausen eingelegt werden, muss es Geschäften ermöglicht werden, abends länger die Türen zu öffnen. Gerade für die Urlaubs- und Ausflugsregion der Region Starnberg-Ammersee können dadurch neue Kundengruppen akquiriert werden und unsere Orte neue Lebens- und Aufenthaltsqualität gewinnen. „In diesem Zuge kann man auch die Öffnungszeiten der Verwaltungen in den Rathäusern anpassen und einen Termin für Berufstätige erleichtern“, meint Friedrich.

 

  1. Schulen und Kindergärten klimatisieren

Unsere Gebäudestrukturen sind nicht für Hitze ausgelegt. Das Leben und Lernen in ihnen fällt schwer. „Um Schülerinnen und Schülern trotzdem den besten Lernerfolg zu ermöglichen, möchten wir die Schulen und KiTas im Landkreis mit Klimaanlagen ausstatten“, so Friedrich.

 

  1. Kinder müssen schwimmen können

Bei hohen Temperaturen ist der Sprung in das kalte Nass oft eine willkommene Abkühlung, gerade in unserer Region. Gleichzeitig erleben wir, dass immer weniger Kinder schwimmen können. Die Zahl der bei Badeunfällen Verunglückten und Verstorbenen nimmt ein trauriges Allzeithoch an. „Das möchten wir nicht hinnehmen und deshalb die Schulen so ausstatten, dass alle Schülerinnen und Schüler befähigt werden, sicher im Wasser schwimmen zu können“, sagt Friedrich.

 

  1. Innenstädte begrünen

Bäume reduzieren die Temperaturen und verbessern die Luftqualität. Gleichzeitig sehen wir, dass an innerörtlichen Straßenzügen oft wenige bis keine Bäume stehen. „Wir setzen uns deshalb dafür ein, bei Straßenplanungen und Umbauten mehr Flächen für Begrünung vorzusehen und auch kurzfristig mit Baumtrögen für Straßen und Gehwege das lokale Klima zu normalisieren“, erklärt Friedrich