Presseerklärung des FDP Kreisverbands zum Baubeginn des B2-Tunnels

Presseerklärung des FDP Kreisverbands zum Baubeginn des B2-Tunnels

Am 20. Juli erfolgte der Spatenstich für den Starnberger B2-Tunnel. Ein Bauprojekt, das die FDP nicht befürwortet, denn es verbessert weder die Durchfahrt durch Starnberg für den Verkehr von und nach Süden, noch entlastet es die Stadt Starnberg selbst. Für beides sieht die FDP die ortsferne Umfahrung als die bessere Lösung an.

Auch wenn sich in der letzten Kommunalwahl die Mehrheit der Starnberger Bürger für eine Umfahrung ausgesprochen hat, so respektiert die FDP jedoch den demokratischen Prozess, der dazu geführt hat, dass eine Mehrheit im Stadtrat für den Bau des Tunnels gestimmt hat. Allerdings wird die FDP den Bau dieses Tunnels konstruktiv-kritisch begleiten und insbesondere drei Punkte fordern:

  1. Ob mit oder ohne Tunnel, Starnberg braucht eine Umfahrung. Aus folgenden Gründen:
  • Den größten Anteil am Verkehr in Starnberg hat nicht der Durchgangsverkehr, sondern der Ziel- und Quellverkehr, Verkehr der aus Starnberg kommt oder nach Starnberg will. Nur eine Umfahrung kann diesen Verkehr nach außen leiten, statt wie heute, auf den Tutzinger Hof Platz.
  • Der Verkehr aus Richtung Westen hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Hier hilft kein Tunnel, nur eine Umfahrung.
  • Zwischen Tunnelende und Autobahn wird es vier Ampeln geben. Der Stau vor Starnberg wird also bleiben wie heute. Der „Entlastungstunnel“ braucht eine Entlastung durch eine Umfahrung.
  1. Die Sicherheit muss verbessert werden.

Der Tunnel in seiner jetzigen Planung entspricht zwar dem Gesetz, nicht aber dem Stand der Technik. Er ist einröhrig, also mit Gegenverkehr, was die Einfahrt der Feuerwehr im Brandfall erschwert bis unmöglich macht. Trotz dieser Rahmenbedingungen muss versucht werden, insbesondere den Brandschutz so zu verbessern, dass im Brandfall Menschen gerettet werden können und nicht in den Flammen zu Schaden oder gar ums Leben kommen. Das Sicherheitskonzept beruht jedoch auf dem Prinzip der Selbstrettung, was bedeutet, dass Personen mit eingeschränkter Mobilität oder Mütter mit Kindern nicht in der Lage sein werden, sich zu retten.

  1. Der Abluftkamin muss weg.

Der Tunnel hat keine übliche Längslüftung, sondern in der Mitte einen Abluftkamin. Dieser liegt an der Schlossmauer, ist mindestens 10m hoch und die Luft tritt mit über 60 km/h aus. Damit ist der Schlossgarten als Oase der Ruhe zerstört. Auch benötigen die zwei Gebläse mit je drei Metern Durchmesser täglich die elektrische Energie von 500 Vier-Personen-Haushalten, also fast 10% des privaten Stromverbrauches in Starnberg.

Der Abluftkamin kam nachträglich hinzu, da errechnet wurde, dass bei einer erwarteten Tunneleröffnung im Jahre 2010 die Stickoxidwerte am nördlichen Tunnelausgang am Rande der Grenzwerte liegen würden. Die Eröffnung des Tunnels ist aber nun nicht in 2010 gewesen, sondern wird frühestens in 2026 sein. Bereits heute haben sich die Abgaswerte der Fahrzeuge so drastisch verbessert, dass diese Mittenentlüftung vollständig überflüssig ist. Der Abluftkamin muss also entfallen und die Planung ist auf die ursprüngliche Längslüftung zurückzuführen.


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